Durchführende Einrichtung/Projektträger
Durchführende Einrichtung
Projekt bzw. Angebot durchführende Einrichtung/Institution/Betrieb sind Sie, wenn Sie selbst die Umsetzung des Projekts bzw. Angebots vor Ort vornehmen.
Projektträger
Projekt bzw. Angebot bereitstellende Institution sind Sie, wenn Sie die Umsetzung des von Ihnen entworfenen oder von anderen übernommenen Programms delegieren bzw. Dritten überlassen. Die Umsetzung erfolgt mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit - aber nicht zwingend - an mehreren Standorten.
Empowerment/Partizipation
Partizipation und Empowerment spielen in vielen Gesundheitsprojekten eine Rolle.
Die Verbindung von Empowerment und Partizipation wird in der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung deutlich: Um Autonomie und Kontrolle über die eigenen Gesundheitsbelange zu erlangen (Empowerment), müssen Menschen die Möglichkeit haben, Einfluss auf ihre Umwelt zu nehmen (Partizipation).
Empowerment
Empowerment umfasst Strategien und Maßnahmen, die Menschen dabei helfen, ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu führen. Empowerment meint dabei sowohl den Prozess der Selbstbemächtigung als auch die professionelle Unterstützung, damit Menschen ihre Gestaltungsspielräume und Ressourcen wahrnehmen, nutzen und ausbauen können.
Im Kontext von Gesundheitsförderung und Prävention hat Empowerment das Ziel, die Menschen in die Lage zu versetzen, ihr gesundheitsbezogenes Verhalten zu erkennen und zu reflektieren, um ihre Lebenswelt und ihren individuellen Lebensstil gesundheitsförderlich selbst zu gestalten. Im Mittelpunkt steht dabei die Stärkung der vorhandenen Potenziale (Selbstwertgefühl, Kompetenzen, Kraft u.a.) von Einzelnen und von Gruppen.
Partizipation
Partizipation meint, dass die Zielgruppen oder Teile davon ihre Vorstellungen, Erfahrungen und Bedürfnisse in alle Prozesse einbringen können und an der Gestaltung der Maßnahmen beteiligt werden. Partizipation in diesem Sinne ist eine Strategie, um den Bedarf der Zielgruppen in den Bereichen der Gesundheitsförderung und Prävention zu ermitteln und die Maßnahmen auf diesen Bedarf auszurichten.
Evaluation
Evaluation ist die Überprüfung der Wirksamkeit einer Intervention, eines Projekts oder eines Angebots mit den Mitteln der empirischen Forschung. Sie basiert auf systematischer und zielgerichteter Sammlung, Analyse und Bewertung von Daten.
Ist sie eine Überprüfung des Endergebnisses einer Maßnahme, wird sie als summative Evaluation bezeichnet; wird auch der Verlauf der Intervention mitverfolgt und ggf. beeinflusst, handelt es sich um eine formative Evaluation.
Gesundheitsförderung
Gesundheitsförderung umfasst nach der WHO-Definition (Ottawa-Charta) alle Maßnahmen, die sowohl auf die Veränderung und Förderung des individuellen Verhaltens als auch der Lebensverhältnisse in Hinblick auf einen weit gefassten Gesundheitsbegriff abzielen. ("Gesundheit ist ein Zustand völligen psychischen, physischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen. Sich des bestmöglichen Gesundheitszustandes zu erfreuen, ist ein Grundrecht jedes Menschen, ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Überzeugung, der wirtschaftlichen oder sozialen Stellung.") Ziel der Gesundheitsförderung ist es, bestehende Ungleichheiten bezüglich des Gesundheitszustandes und der Lebenserwartung unterschiedlicher sozialer Gruppen zu reduzieren. Die Gesundheitsförderung erstreckt sich auf fünf wesentliche Handlungsbereiche:
- Entwicklung einer gesundheitsfördernden Gesamtpolitik,
- Schaffung gesundheitsfördernder Lebenswelten,
- Unterstützung gesundheitsbezogener Gemeinschaftsaktionen,
- Neuorientierung der Gesundheitsdienste und anderer gesundheitsrelevanter Einrichtungen,
- Förderung der Entwicklung persönlicher Kompetenzen.
Gesundheitsförderung befähigt Individuen, Gruppen und Organisationen, die Bedingungen ihrer Gesundheit zu erhalten oder zu verbessern. Maßnahmen der Gesundheitsförderung haben zum einen das Ziel, frühzeitig die gesundheitsbezogenen Schutzfaktoren und Ressourcen (Selbstwirksamkeit, Sozialkompetenz, etc.) zu erkennen und zu stärken, zum anderen, die ökonomischen, sozialen, ökologischen und kulturellen Lebensbedingungen gesundheitsförderlich zu gestalten.
Mediator/Multiplikator
Die Begriffe Multiplikator und Mediator werden auf dem Feld der Gesundheitsaufklärung und -förderung uneinheitlich gebraucht. Dies hängt auch damit zusammen, dass sich die Tätigkeitsprofile beider Gruppen überschneiden können bzw. eine Person beide Rollen ausfüllen kann.
Mediatoren
Mediatoren verändern durch soziale Verstärkung das Verhalten von Mitgliedern der Zielgruppe, etwa als Bezugspersonen für Kinder. Dabei müssen die Mediatoren die Normen für das gewünschte Verhalten selbst verinnerlicht haben. Je nach Tätigkeitsfeld bringen die Vertreter beider Gruppen das nötige Wissen und die erforderlichen Kompetenzen mit, oder sie müssen für die jeweilige Aufgabe erst qualifiziert werden.
Multiplikator
Hier sollen unter Multiplikatoren Personen verstanden werden, die als Zwischenglieder zwischen (externen) Experten und Zielgruppen Wissen vermitteln, etwa in Form von Kursen. Dabei ist der Kommunikationsfluss tendenziell einseitig: Das Wissen von Experten wird über die Multiplikatoren an viele Personen der Zielgruppe weitergegeben.
Partizipation/Empowerment
Partizipation und Empowerment spielen in vielen Gesundheitsprojekten eine Rolle.
Die Verbindung von Empowerment und Partizipation wird in der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung deutlich: Um Autonomie und Kontrolle über die eigenen Gesundheitsbelange zu erlangen (Empowerment), müssen Menschen die Möglichkeit haben, Einfluss auf ihre Umwelt zu nehmen (Partizipation).
Partizipation
Partizipation meint, dass die Zielgruppen oder Teile davon ihre Vorstellungen, Erfahrungen und Bedürfnisse in alle Prozesse einbringen können und an der Gestaltung der Maßnahmen beteiligt werden. Partizipation in diesem Sinne ist eine Strategie, um den Bedarf der Zielgruppen in den Bereichen der Gesundheitsförderung und Prävention zu ermitteln und die Maßnahmen auf diesen Bedarf auszurichten.
Empowerment
Empowerment umfasst Strategien und Maßnahmen, die Menschen dabei helfen, ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu führen. Empowerment meint dabei sowohl den Prozess der Selbstbemächtigung als auch die professionelle Unterstützung, damit Menschen ihre Gestaltungsspielräume und Ressourcen wahrnehmen, nutzen und ausbauen können.
Im Kontext von Gesundheitsförderung und Prävention hat Empowerment das Ziel, die Menschen in die Lage zu versetzen, ihr gesundheitsbezogenes Verhalten zu erkennen und zu reflektieren, um ihre Lebenswelt und ihren individuellen Lebensstil gesundheitsförderlich selbst zu gestalten. Im Mittelpunkt steht dabei die Stärkung der vorhandenen Potenziale (Selbstwertgefühl, Kompetenzen, Kraft u.a.) von Einzelnen und von Gruppen.
Prävention
Prävention bedeutet Senkung gesundheitlicher Belastungen bzw. Verringerung des Risikos, dass eine Erkrankung eintritt. Sie umfasst alle Maßnahmen, die ergriffen werden, um ein Gesundheitsproblem oder eine ungewollte Entwicklung zu verhindern, weniger wahrscheinlich zu machen oder zu verzögern. Im medizinischen Bereich wird meist zwischen primärer, sekundärer und tertiärer Prävention unterschieden. Im Zusammenhang mit Setting-Projekten ist aber die hier gewählte Unterscheidung zwischen universeller, selektiver und indizierter Prävention in höherem Maße zielführend.
Universelle Prävention
Universelle Prävention richtet sich an die Allgemeinbevölkerung, hauptsächlich an Personen, die sich in ihrer Gesundheit und ihrem Wohlbefinden nicht grundsätzlich beeinträchtigt fühlen. Diese eher unspezifische Form der Prävention beruht auf allgemeinen Grundsätzen des Gesundheitsverständnisses.
Selektive Prävention
Selektive Prävention richtet sich an sogenannte vulnerable Gruppen, definierte Zielgruppen, von denen bekannt ist, dass sie ein Risikoverhalten bzw. Risikofaktoren für bestimmte Krankheiten in größerem Maße als die Allgemeinbevölkerung aufweisen, Hierzu gehören z.B. Personen mit psycho-sozialen Risiken (gestörte Familienverhältnisse, Stress, Missbrauch u.a), mit demographischen Risiken (Geschlecht, Ethnizität, Arbeitslosigkeit, Armut u.a), mit Sozial- oder Umweltrisiken (Schadstoffexposition, benachteiligte soziale Lage, Kriminalität). Selektive Präventionsmaßnahmen sind auf die Reduzierung einzelner oder mehrerer Gesundheitsrisiken oder auf die Stärkung von Gesundheitsressourcen ausgerichtet.
Indizierte Prävention
Indizierte Prävention richtet sich an Personen, die bereits eindeutige Risikofaktoren für Gesundheitsgefährdungen aufweisen (Adipositas, Schulprobleme, ADHD u.a.). Maßnahmen der indizierten Prävention sind häufig darauf ausgerichtet, in frühen Stadien von Erkrankungen das Fortschreiten der Krankheit durch Früherkennung und -behandlung aufzuhalten.
Projektträger/Durchführende Einrichtung
Projektträger
Projekt bzw. Angebot bereitstellende Institution sind Sie, wenn Sie die Umsetzung des von Ihnen entworfenen oder von anderen übernommenen Programms delegieren bzw. Dritten überlassen. Die Umsetzung erfolgt mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit - aber nicht zwingend - an mehreren Standorten.
Durchführende Einrichtung
Projekt bzw. Angebot durchführende Einrichtung/Institution/Betrieb sind Sie, wenn Sie selbst die Umsetzung des Projekts bzw. Angebots vor Ort vornehmen.
Qualitätssicherung
Qualitätsmanagement ist der Oberbegriff für alle Aktivitäten, die zur Planung, Sicherung, Verbesserung und Prüfung der Qualität eines Projekts gehören.
Qualitätsmanagementsysteme (z.B. das EFQM-Modell) sind definierte Ausprägungen des Qualitätsmanagements mit festgelegten Verfahren, die typischerweise eine Zertifizierung beinhalten.
Erfolgskontrollen
Erfolgskontrollen sind wesentliche Elemente der Qualitätssicherung. Sie können aber auch unabhängig von einem Qualitätsmanagementsystem im Rahmen einer Evaluation von den Projektverantwortlichen (interne Erfolgskontrolle) oder von Außenstehenden, typischerweise von einem wissenschaftlichen Institut (externe Erfolgskontrolle), durchgeführt werden.
Ähnliches gilt für die fortlaufende Konzeptverbesserung. Diese kann im Rahmen eines Qualitätsmanagementsystems etabliert werden bzw. den Kern der Qualitätssicherung ausmachen, oder sie kann als formative Evaluation in das Projekt integriert sein.
Setting
Als Setting gilt nach der WHO-Definition ein soziales System, das einerseits eine Vielzahl relevanter Umwelteinflüsse auf eine bestimmte Personengruppe umfasst, und andererseits ein System, in dem diese Personen die Bedingungen von Gesundheit und Krankheit gestalten können. Demnach sind Settings Orte oder soziale Zusammenhänge (Lebenswelten), in denen die Menschen ihren Alltag gestalten und die einen wichtigen Einfluss auf ihre Gesundheit haben. Dazu gehören zum Beispiel Kindertagesstätten, Schulen oder Freizeiteinrichtungen, Krankenhäuser, Einrichtungen der Altenhilfe, Betriebe und das Wohnumfeld.
Gesundheitsfördernde Maßnahmen und Interventionen sind heute in starkem Maße auf Settings ausgerichtet, in denen sich ihre Zielgruppen bewegen. In der Ottawa Charta der WHO ist die Schaffung von gesundheitsfördernden Lebenswelten als einer von fünf wesentlichen Handlungsbereichen genannt.
Setting-Ansatz
Der Setting-Ansatz bedeutet, dass die gesundheitsfördernden oder präventiven Strategien bzw. Interventionen primär auf Lebenswelten, d.h. auf Organisationen und deren Netzwerke, und nicht auf einzelne Menschen und ihr individuelles Gesundheits-/Risikoverhalten ausgerichtet sind. Bei der Umsetzung wird davon ausgegangen, dass alle relevanten Akteure und angestrebten Zielgruppen einbezogen werden, um die Gesundheitspotenziale im konkreten Lebensbereich, beispielsweise Kita, Schule, Stadtteil, aufzuspüren und zu entwickeln.
Setting-Projekte bzw. -Angebote
Entsprechend sind Setting-Projekte bzw. Angebote solche, die in die Settings wirken, sich am Alltag der in ihnen lebenden Menschen orientieren und unter deren Mitwirkung gemeinsam entwickelt und umgesetzt werden. Diese Projekte bzw. -Angebote werden häufig von externen Fachleuten und Organisationen aus dem Gesundheitswesen moderiert und unterstützt. Zielsetzung ist es, ein gesundheitsförderliches Leitbild für das Setting zu entwickeln, das Setting gesundheitsförderlich zu gestalten und gesundheitsförderliches Verhalten der Menschen im Setting zu fördern.
Soziale Benachteiligung
Als sozial benachteiligt gelten Menschen, deren Lebenschancen durch geringes Einkommen, niedrigen Bildungsstand oder niedrige gesellschaftliche Position erheblich eingeschränkt sind. Hierzu gehören beispielsweise Personen ohne Schulabschluss, Abbrecher von Maßnahmen der Arbeitsverwaltung, Langzeitarbeitslose, junge Menschen mit schwerwiegenden Sozialisationsdefiziten, Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten, bei ausländischen Mitbürgern junge Menschen und Zuwanderer mit Sprachproblemen.
Transfer/Verstetigung
In Hinblick auf die Nachhaltigkeit eines Projekts/Angebots sind Verstetigung und Transfer von zentraler Bedeutung.
Transfer
Unter Transfer soll die Übernahme eines erfolgreichen Projekts/Angebots, auch in modifizierter Form, verstanden werden. "Übernehmender" kann beispielsweise eine andere Einrichtung, ein anderer Betrieb oder auch eine andere Kommune sein.
Verstetigung
Unter Verstetigung soll die dauerhafte Fortführung eines zeitlich befristeten Projektes am Projektstandort verstanden werden. Die Überführung eines Modellprogramms oder -projektes in die Regelversorgung zählt ebenso hierzu.
Verhaltensprävention/Verhältnisprävention
Verhaltensprävention
Verhaltensprävention ist auf Personen ausgerichtet. Ihr Ziel ist es, einerseits schädliche Verhaltensweisen zu verhindern oder abzubauen (z.B. Rauchen oder risikoreiches Verhalten im Verkehr), andererseits gesundheitsfördernde Verhaltensweisen zu stärken. Im Idealfall beruhen die Maßnahmen auf Konzepten, die es dem Einzelnen ermöglichen, gesundheitsschädliche Vorlieben und Verhaltensweisen zu erkennen und zu reflektieren, gesundheitsgerechte Alternativen kennen zu lernen und Anregungen zu erhalten, wie erforderliche Verhaltensänderungen in den Alltag integriert werden können.
Verhältnisprävention
Verhältnisprävention ist auf Umfeldbedingungen ausgerichtet. Sie will die Voraussetzungen für gesundheitsförderndes Verhalten schaffen. Verhältnisprävention bedeutet somit die gesundheitsgerechte Gestaltung des Lebensumfeldes der Menschen, etwa der Wohnung und des Wohnumfeldes, der Kindertagesstätte, der Alteneinrichtung, der Schule oder des Betriebs.
Die Maßnahmen der Verhältnisprävention zielen auf die Veränderung von räumlichen, sozialen, ökologischen, gesetzlichen und/oder kulturellen Bedingungen, um gesundheitsgerechte Verhältnisse bzw. Strukturen zu schaffen.
Verstetigung/Transfer
In Hinblick auf die Nachhaltigkeit eines Projekts/Angebots sind Verstetigung und Transfer von zentraler Bedeutung.
Verstetigung
Unter Verstetigung soll die dauerhafte Fortführung eines zeitlich befristeten Projektes am Projektstandort verstanden werden. Die Überführung eines Modellprogramms oder -projektes in die Regelversorgung zählt ebenso hierzu.
Transfer
Unter Transfer soll die Übernahme eines erfolgreichen Projekts/Angebots, auch in modifizierter Form, verstanden werden. "Übernehmender" kann beispielsweise eine andere Einrichtung, ein anderer Betrieb oder auch eine andere Kommune sein.